Die Tradition im Schreinerbetrieb bewahren.

 

Dank der stabilen Wirtschaftslage in Deutschland müssen sich viele Schreinermeister um das Auftragsbuch und damit einhergehend den Umsatz ihres Unternehmens keine Sorgen machen. Was viele in die Jahre gekommende Holzbearbeiter jedoch bedrückt, ist die Frage, wer das Gewerbe im Ruhestand übernehmen wird.

 

grossvater

 

Wenn man kinderlos ist oder der Nachwuchs vollkommen andere berufliche Pläne hat, kann die Übergabe des Unternehmens in der Tat Bauchschmerzen bereiten. An dieser Stelle gebe ich dir einige Tipps, wie du deine Familie von Anfang an erfolgreich in deine Arbeit integrieren kannst und das Interesse zum Holz weckst.

 

Tradition im Schreinerbetrieb: Zeit für gemeinsame Aktivitäten nehmen.

 

Wenn es darum geht, das Interesse deiner Familie für deine Arbeit zu wecken, ist eines glasklar: Ihr müsst miteinander Zeit verbringen. Es macht überhaupt keinen Sinn, wenn du dir dein Auftragsbuch so voll knallst, dass für Freizeitaktivitäten kein Platz mehr ist. Viel schöner wäre es doch, wenn du mit deinen Kids beispielsweise am Wochenende einfach mal einen Ausflug in dein Arbeitsumfeld machst.

 

Je mehr Umsatz du mit deinem Betrieb generierst, desto mehr Arbeit kannst du natürlich outsourcen, d.h. an andere abgeben. Wobei ein wahrhaft leidenschaftlicher Schreiner natürlich auch weiterhin selbst bastelt, hobelt und fräst. Traditionsreiches Handwerk wie das Schreinern hat in Deutschland einen hohen Ruf, weswegen dein Nachwuchs sicherlich voller Stolz erzählen kann, dass der Papa ein Schreiner ist.

 

Auf Sicherheit achten, wenn du Besuch empfängst.

 

Allerdings musst du einen sehr großen Wert auf den Aspekt der Sicherheit legen, wenn du mit deinen Kiddies in der Werkstatt unterwegs bist. Du weißt ganz genau, wieviel Kraft selbst in einer Kappsäge steckt. Deswegen darfst du deine Sprösslinge niemals aus den Augen lassen, wenn du sie mit deinem Werkzeug arbeiten lässt. Auch auf die Schutzkleidung muss ebenso großen Wert gelegt werden – eine Schutzbrille ist meiner Ansicht nach definitiv Pflicht, um das Sicherheitsrisoko zu minimieren.

 

Tradition im Schreinerbetrieb: Lieber langsam und sicher als zwanghaft und schnell.

 

Allerdings musst du der Wahrheit auch ins Gesicht blicken können: Wenn deine Kinder abolut kein Interesse für die Arbeit im Bereich der Holzverarbeitung zeigen, kannst du sie nicht dazu zwingen, metaphorisch in deine Fußstapfen zu treten. Jedes Individuum hat das Recht, selbst zu bestimmen, wie es sein Leben verbringen möchte. Wenn dein Sohn beispielsweise die Arbeit in der freien Natur liebt, warum sollte er dann kein Förster werden? Wenn deine Tochter gerne für Recht und Ordnung sorgt, kann sie doch gerne zur Polizei gehen! Glücklicherweise hast du ja genügend Zeit, um die Leidenschaft für das Holz zu wecken.

 

Die Balance zwischen Beruf und Privatleben.

 

Weitere Argumente, die du vorallem älteren Kindern offenbaren kannst, sind Unternehmenseigenschaften wie stabiles Wachstum, solide Auftragslage und damit einhergehend die Grundlage für sichere Arbeitsstellen. Es kann wirklich frustrierend sein, wenn der Betrieb, in welchen du praktisch dein ganzes Leben gesteckt hast, nicht oder nur ungewiss fortgeführt wird. Dementsprechend macht es definitiv Sinn, sich rechtzeitig über solche Fragen Gedanken zu machen. Es wird sich sehr positiv auf deinen Gemütszustand auswirken, wenn du dir über diese Angelegenheit keine Sorgen mehr machen musst!

 

Tradition im Schreinerbetrieb: Der treue Mitarbeiter.

 

Natürlich gibt es auch eine Vielzahl von Schreinern, die kinderlos sind. Hier fällt die Vorsorge um die Fortführung des Unternehmens oftmals leichter – wenn man leidenschaftlich am Arbeitsplatz unterwegs ist, wird schnell klar, welcher Mitarbeiter am effizientesten arbeitet und den besten Nachfolger darstellen würde. Dementsprechend macht es meiner Ansicht nach Sinn, subtil mitzuteilen, dass die Aussicht auf die zukünftige Führung des Ladens gut aussieht. Wenn er nämlich dass Gefühl hat, dass du seine Arbeit überhaupt nicht Wert schätzt, könnte er sich auch insgeheim bereits vollkommen andere Pläne für seinen weiteren beruflichen Werdegang überlegen.

 

Tradition im Schreinerbetrieb: Das Fazit.

 

In diesem kurzen Ratgeberartikel wollte ich dich als Schreinermeister lediglich daran erinnern, dass du dir unbedingt rechtzeitig um den Werdegang deines Unternehmens Gedanken machen musst, da du den Betrieb natürlich nicht für immer leiten kannst. Eine familieninterne Betriebsführung ist höchst wahrscheinlich die Idealvorstellung, jedoch leider nicht immer umsetzbar. Ich wünsche dir viel Erfolg für deinen Schreinerbetrieb!